Westwall, die Erste

von Stefan Evertz am 19.08.05 um 16:45 Uhr |

Das letzte Wochenende haben wir – bei erstaunlich gutem Wetter – in der (Nord-)Eifel zugebracht. Nachdem aber das Leben nicht nur aus Essen (z.B. im Schnabuleum in Monschau) bestehen kann, haben wir uns auch einige historische Stätten angesehen. Neben der Ordensburg Vogelsang führte uns der dann doch verregnete Sonntag nach Vossenack in die Ausstellung „Hürtgenwald 1944 und im Frieden“.

Besonders interessierte uns dabei das Thema „Westwall“, d.h. die insgesamt etwa 630 km lange Verteidigungslinie, die von 1938 bis 1940 von Kleve bis Weil am Rhein gebaut worden war. Die Spuren des Westwalls waren uns in der Eifel bereits mehrfach in Form der „Drachenzähne“ genannten Panzersperren aufgefallen. Die „Höcker“ aus Stahlbeton sind noch heute immer wieder bei Fahrten durch die Eifel am Straßenrand zu sehen.

Die Ausstellung setzt sich vor allem mit der sog. „Ardennenoffensive“ auseinander, in der die deutschen Truppen im Herbst / Winter 1994 einen Gegenoffensive gegen die vorrückenden amerikanischen bzw. alliierten Truppen starteten.

Wenn man einmal davon absieht, dass der Pavillon, in dem die Ausstellung untergebracht ist, extrem hellhörig ist und somit eine intensive Teilhabe an allen Gesprächen aller anderen Besucher möglich ist, war es insgesamt ein sehr interessanter „Museumsbesuch“, den wir nur weiterempfehlen können (nicht nur bei schlechtem Wetter).

Am Anfang der Ausstellung stehen Fundstücke aus der Jungstein- / Römerzeit aus der Region (vor allem Pfeilspitzen). Der Sinn dieser Exponate hat sich uns nicht wirklich erschlossen, aber man ist sehr schnell durch bzw. vorbei…

Es folgt der Westwall-Raum mit Modellen, Gegenständen, Plänen und Fotos rund um den Bunkerbau. Die Modelle sind dabei sehr detailliert und lohnen eine ausführliche Betrachtung. Die Schaubilder und Texte verdeutlichen sehr anschaulich den Aufbau und die Bauphase der Bunker. Wir waren überrascht (aber irgendwie auch nicht), dass während der Bauphase des Westwalls die verschiedenen Bunkertypen (z.B. Sanitätsbunker) in Form sog. „Regelbautypen“ standardisiert worden waren, so dass Planung und Abrechnung der einzelnen Bunker stark vereinfacht wurde. Das nennt man wohl „deutsche Gründlichkeit“…

Es schließen sich ein Kartenraum und diverse deutsche militärische Exponate an (u.a. Fahrzeugmodelle, Waffen). Dann geht man an mehreren Großexponaten vorbei, die z.T. Diorama-ähnlich Szenen und Ausrüstungsstand von 1944 nachstellen (z.B. Versorgung eines Verwundeten). Nachdem auch die amerikanische Seite in Form von Fundstücken und Exponaten dargestellt wurde, verlässt man durch einen nachgebauten „Bunker“ die Ausstellung. Bei den zahlreichen ausgestellten Dokumenten fanden wir besonders das „Propaganda“-Material interessant, dass von beiden Seiten eingesetzt wurde.

Weitere Informationen:

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