Kommentar-Spam und das offene Visier

von Stefan Evertz am 11.05.08 um 15:31 Uhr |

Jetzt ist endgültig Schluß. Die bis auf Reisehöhe nach Spam riechenden Kommentare, die hier häufig kurz nach einer Stippvisite auf einer der kursierenden No-Nofollow-Listen eingehen (siehe auch blog.helmschrott.de und de.wikipedia.org), nerven nur noch. Lustigerweise finden sie sich zwar in vielen Fällen relativ zügig im Spam-Ordner wieder, aber dennoch: Es nervt einfach 👿

Insofern gilt hier im Blog ab sofort:
Kommentare werden nur noch akzeptiert, wenn du deinen vollen Namen angibst – also Vor- und Nachname bzw. das, was in deinem Personalausweis drinsteht. Und nur für alle Fälle: Sogenannte Keywords (z.B. „sms“) stehen ganz sicher nicht in deinem Ausweis…

Daran mag sich jetzt der eine oder andere stören, aber das hier ist mein Blog, in dem ich mit „offenem Visier“, d.h. auch mit meinem vollen Namen kommuniziere. Wer mir nicht die gleiche „öffentliche“ Höflichkeit erweisen möchte (oder kann), sollte den direkten Weg per E-Mail (siehe „Impressum„) wählen – und die Finger vom Kommentar-Formular lassen 🙄

Und wo wir gerade dabei sind:
Ihr könnt gerne im Kommentar-Formular unter Webseite einen Link (z.B. zu eurem Blog) angeben. Was ich dort aber nicht mehr dulden werde, sind Links zu Unterseiten (z.B. „domain.de/keyword/bla.html“) – solche Kommentare werden künftig ebenfalls postwendend gelöscht.

Abschließend mag es ironisch klingen, ist aber wirklich ernst gemeint: Ich freue mich weiterhin auf eure Kommentare 😉

(inspiriert u.a. von www.perun.net und von vowe.net)

14 Gedanken zu „Kommentar-Spam und das offene Visier

  1. Matthias Gutjahr

    Dann fange ich doch gleich mal an mit dem Kommentieren. Mein Blog steht ebenso auf den einschlägigen No-Nofollow-Listen, und auch ich stand in letzter Zeit schon ein paarmal kurz davor, etwas dagegen zu unternehmen. Noch aber wurde bei mir die Grenze nicht überschritten – vermutlich ist das aber auch nur eine Frage der Zeit 😕

  2. Stefan Evertz Artikelautor

    Bei mir nahm die Zahl der „Keyword“-Namen (sowie der Kommentare, bei denen es wohl weniger um die Rückmeldung / Kommentierung als um den hinterlassenen Link ging) irgendwie seit Februar kontinuierlich zu, auch wenn die Listen ja schon länger existieren. Ebenso wuchs in der Zeit mein Hals…

    Der letzte Tropfen war dann aber eine gewisse E-Mail aus dem Rhein-Main-Gebiet Ende April – ich hatte aber erst jetzt die Zeit, meine neue „Doktrin“ in Textform zu giessen und das Kommentarformular anzupassen. Insofern vielen Dank an J. für den entscheidenden Anstoss 😉

  3. Joaquin Enriquez Beltran

    Naja, ob einer zwei oder drei Namen da stehen, was soll das denn wirklich helfen außer einem gewissen Innenminister bei der Datensammlung? Faken kann man das auch so, aber so spielt man eher den Datensammlern im Netz in die Hand.

    Für mich ist nur die Email wichtig, der Teil des Namen oder Pseudonym und ob dieser sich mit dem Imressum einer möglich genannten Seite deckt. Trifft dies nicht zu, kann der Kommentar zwar u.U. bleiben, aber die Homepage wird daraus gelöscht.

    Ansonsten gilt halt genaues anschaue der dort eingetragenen HP und selbst bewerten ob der Kommentar nur zur kommerziellen Linkplatzierung genannt wurde oder nicht.

  4. Martin Seibert

    Mir ist eigentlich immer wichtiger, ob jemand einen sinnvollen Text geschrieben hat oder nicht. Wer was Ordentliches schreibt, darf auch einen SMS-Link haben, finde ich.

    Aber die Hürde ist mindestens so groß wie diese hier. 🙂

  5. Stefan Evertz Artikelautor

    @Joaquin Enriquez Beltran:
    Wie gesagt – es ist eine Sache des „offenen Visiers“. Datensammlung ist ganz sicher ein wichtiges und brisantes Thema, bei dem jeder eine eigene Haltung entwickeln sollte. Wenn man keine Spuren hinterlassen möchte, muss der Betreffende eben einen anderen Rückkanal wählen. So ruppig es auch klingen mag: Mein Blog, meine Regeln.

    @Martin Seibert:
    Ich muss gestehen, dass ich bei den Spam-Kandidaten noch nie sinnvolle bzw. ordentliche Texte vorgefunden habe (was immer das auch in der Praxis bedeuten mag). Insofern ist da in der Tat die Hürde (bzw. das Ergebnis) vergleichbar 😉

  6. Raffael Schulz

    Die einfachste Möglichkeit ist ja eigentlich, wenn man alle Kommentare von unbekannten erst mal checken lässt und das auch groß hinschreibt. Das hält die meisten ja davon ab, sinnlos zu posten, weil die wissen, dass es nicht ankommt.

    Aber ich muss auch sagen, als Blogger muss man sich ja auch die Mühe machen und alle Kommentare zu checken. Es gibt doch nichts schlimmeres, als Blogs (und auch Foren!) in denen ständig Sexspam drin ist.

  7. David Kalnischkies

    Ich finde es schade das dem potentiellen Kommentator immer mehr Steine in den Weg geworfen werden. Einerseits schreit jeder, dass mehr Leser doch auch mal kommentieren sollen, anderseits versucht man (unbewusst) genau das zu verhindern.

    Dabei ist es nicht so sehr die Einschränkung, dass nur „echt“ Namen erlaubt sind, es ist viel mehr, dass es überhaupt diese Einschränkung gibt. Als Kommentator muss ich mich erstmal hinsetzen und erstmal Regeln lesen, wenn ich ein braver Kommentator sein will. Sicher, ich muss es auf jedem Blog nur einmal tun (wenn ich ein gutes Gedächtnis habe) aber ich muss darauf achten, auf welchem jetzt welche Regeln gültig sind.
    Überdies hab ich nun das Problem erstmal erfahren zu müssen, was den bitte ein „normaler“ Link ist. Dazu kommt dann noch, dass ich anhand einer simplen Rechnung auch noch beweisen muss, dass ich ein „normaler“ Benutzer bin und kein „unnormaler“.
    Sicher, die Formulierung lässt sich ändern, das Problem bleibt aber.

    Darf ich mal fragen wer sich an die Regeln jetzt hält? Ich weiß, doofe Frage, aber wenn man mal drüber nachdenkt, an die Regeln wird sich doch nur halten wer vorher auch schon brav war.

    Ich als Spambot scheitere bis jetzt noch bereits am Spamschutz (nicht aus Dummheit, sondern aus Faulheit, aber das ist ein anderes Thema).

    Ich als Fritzschen Werber befülle alles wie bisher, zwar in der Gewissheit, dass das Kommentar bald gelöscht wird, aber eigentlich war mir das auch ohne Hinweistext klar und vielleicht ist Google ja schneller als der Admin.

    Und ich als David Kalnischkies? Naja, ich bin gezwungen mich an Regeln zu halten die keinem nützen. Überdies sorgt meine Realname erstens für Zungenbrecher und zweitens für Schublade auf, ich rein, Schublade zu (und selten drittens für technische Probleme: Name zu lang). Da lebe ich lieber mit den Vorurteilen die kommen, wenn ich „DonKult“ als Pseudonym benutze.
    Es ist in etwa so wie wenn man noch vor jedem Kommentar eine Checkbox einfügt, die abfragt ob man Legastheniker ist/war oder nicht. (btw: Bei mir das Kreuzschen setzen.) Wem hilft diese Information? Richtig, niemandem, den der der sich dadurch in seiner Meinung steuern lässt macht grundsätzlich was verkehrt.

    Ich bin daher auch für ein ganz anderes extrem: Nur das Kommentar ist Pflicht, der Rest optional, den es ist mir nun mal jede Meinung wichtig, nicht nur die von Leuten, die ihren Namen sagen wollen und von denen die mir ihre eMailadresse geben wollen. Aber dazu hat sicher jeder eine andere Meinung, aber macht es doch bitte nur so kompliziert, wie es unbedingt (für euch) nötig ist.

    Was dann bitte Spam verhindern soll? Nunja es gibt viele interessante Ansätze, ich z.B. denke momentan an sowas wie ein Votingsystem, was den sinnvollen Nebeneffekt hätte, dass Kommentatoren auch sehen „eh cool, mein Beitrag war nützlich“. Sicher, auch da müssen wieder Kontrollen her, die das pushen erschweren, aber perfekt ist ja keine Lösung, außer natürlich wenn jeder Kommentator verpflichtet wird vorher (sagen wir) 100€ auf das Konto des Blogbetreibers zu überweisen, die er nur wieder kriegt, wenn sein Kommentar kein Spam war… 😉
    Wobei… Ich freue mich schon jetzt auf die Preisbestimmung für Seiten wie BoingBoing oder BasicThinking, da muss man dann vermutlich ’ne Hypothek aufs Haus legen um Kommentieren zu dürfen 😆
    Genug gesponnen, worauf ich eigentlich hinaus wollte: In einem Einkaufsladen gibt es Diebe. Gegen diese Diebe werden einige technische Mittel eingesetzt um sie zu fangen. Allerdings stört das (für gewöhnlich) die normale Kundschaft nicht. Die kriegt davon im seltensten Fällen überhaupt etwas mit. Der Schaden der entsteht durch erfolgreiche Diebe wird in Kauf genommen, den was wäre die alternative? Richtig, der Kunde kauft im Laden lauter leere Hüllen, bezahlt an der Kasse und erhält dann vom Kassenpersonal erst die richtige Ware. (Automaten gehen nicht, die sind betrugsanfälliger, aber selbst das ist nicht full-bullet-prove) Ich weiß, das Beispiel hinkt nicht mehr, es hat keine Beine, aber vielleicht versteht man doch was ich damit sagen will.

    (So und jetzt bin ich gespannt ob sich das jemand komplett antut oder bereits nach dem Namen aufgibt. Ich schreib einfach zu viel…)

  8. Mario Liebmann

    @ Stefan Evertz, vllt. lag es ja daran, dass deine Seite plötzlich einen brauchbaren PR für die Spammeute bekommen hat und deshalb die Kommentare gravierend zugenommen haben?:)

  9. David Kalnischkies

    Jetzt bin ich gespannt… *große popcorntüte hinstell* 😉
    Spam or no Spam, das ist hier die Frage.

    Augenscheinlich wird sich dabei an die Regeln gehalten. Echter Name, „normaler“ Link und das Linkziel schreit auch nicht. Und trotzdem, ich persönlich hab ein ungutes Gefühl was das Linkziel und dessen Thema betrifft. (Das ist kein Angriff! Ich will keine Schlammschlacht, ich möchte nur mal öffentlich drüber nachdenken, wenn es aggressiv wahrgenommen werden sollte, dann doch bitte ignorieren/löschen. Und wenn es zu Offtopic ist auch weg damit. Danke.)

    Ist es nicht vielleicht so, dass man mehr Einschränkungen hat als nur „normalen“ Link? Möchte man nicht vielleicht einen Link haben, auf dem man mehr über den Kommentator erfahren kann (vorzugsweise sein Blog) anstatt auf eine (zur Person nichts sagenden) Firmenseite? Wäre es wirklich wünschenswert, wenn ein Microsoftmitarbeiter bei einer Diskussion über Katzen als Webseite die Firmenhomepage angibt? Wenn es um Microsoft gehen würde und es eine (offizielle?) Meinung ist, dann sicher, aber bei Katzencontent?
    Nur so als Einwurf, vielleicht kann man sich ja mal drüber Gedanken machen…

  10. Stefan Evertz Artikelautor

    @Raffael Schulz: Die Spam-Versuche haben jedenfalls noch nicht signifikant abgenommen – einige können wohl wesentlich besser schreiben als lesen. Es kann jetzt aber keiner mehr sagen (oder sich beschweren), er hätte nichts davon gewusst…

    @Marco Liebmann:
    Der PR dieser Seite ist vor sechs Monaten (?) von 5 auf 4 gesunken – daran liegt es also ganz sicher nicht.

    @David:
    Schon mal vorab ein Dankeschön für die langen Kommentare – ich schaffe es hoffentlich in den nächsten Tagen, darauf mit der angemessenen Ausführlichkeit zu antworten 🙄

  11. Flo Busch

    Also, ich kann deinen Frust verstehen, habe aber den Eindruck, das Dein Lösungsansatz nicht weiterhilft.
    Ich habe z.B. gerade auf Deinen SocialCamp Beitrag geantwortet, habe mich beim Lesen und schreiben auf das wesentliche konzentriert, und das mit dem Vor und Nachnamen übersehen. Und nun? Ich kann da ja jetzt nicths mehr dran ändern, kannst meinen Kommentar ja löschen, das wäre schade, und eingetnich wäre niemandem geholfen. Und ich fand meinen Namen „flo vom fotofraktion.de“ sinnvoll, da so alle wissen, was mein Hintergrund ist.
    Was hast Du von meinem Famielennamen? Und wenn ich in meinem Blog schon was zum social camp geschreiben hätter, warum hätte ich dann nciht den Link dort hinsetzten sollen, sondern auf die Hauptseite.
    Und wenn ich auf Blogs unterwegs bin, finde ich content wichtig, dann nimm doch einfach die Kommentare raus, die Spam sind, aber ich fürchte, wenn ich hier mitdem Gefühl schreibe, ich sitze vietuell bei Schäuble im Wohnzimmer, ist das für einen freien Meinungsaustausch nicht gerade förderlich.

  12. Oliver Pauser

    Das hört sich nach einer sinnvollen Lösung an und hält die „echten“ Kommentarschreiber wohl kaum davon ab, trotzdem einen Beitrag zu verfassen.

  13. Sascha Tiedemann

    Recht so! Habe meine Homepage gerade wieder reaktiviert nachdem ich ein Jahr nichts getan hatte. 14.000 SPAM Kommentare waren in der Datenbank. Allein das löschen hat schon eine Zeit gedauert. Grausig! Aber Google ist auch 1. Vorsitzender im Supoortersclub der SPAMMER! Warum wird jedes Wort auf jeder Homepage ausgewertet?

  14. Pingback: Umgang mit (Spam-)Kommentaren: Zwischenstand | hirnrinde.de

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