RSS per Feedburner: Auswertung und Tipps

von Stefan Evertz am 05.05.06 um 8:54 Uhr |

Logo Feedburner Vor genau einem Monat haben wir hier alle RSS-Feeds auf Feedburner (www.feedburner.com, englisch) umgestellt, d.h. alle Varianten sind nun über www.hirnrinde.de/hirnrinde.php erreichbar (siehe auch „RSS-Feed per Feedburner„). Mittlerweile hat sich die Feedburner-Welle weiter ausgebreitet, d.h. immer mehr Blogs gehen dazu über, ihre RSS-Feeds auf Feedburner umzuleiten (siehe z.B. www.basicthinking.de/blog). Zeit also, ein erstes Fazit zu ziehen:

Subscriber RSS-Feed

Zur Zeit misst Feedburner für unser Blog durchschnittlich etwa 120 „Subscriber“ pro Tag. Spannend ist dabei die Frage, wie dieser Wert zustande kommt. Feedburner schreibt dazu unter www.feedburner.com[2]:

Subscribers is calculated by matching IP address and feed reader combinations, and then using our detailed understanding of the multitude of readers and aggregators and bots on the market to make additional inferences.

Wenn man also davon ausgeht, dass sich die IP-Adresse (zumindest bei DSL-Nutzern) nur alle 24 Stunden ändert, wäre zumindest eine „Halbierung“ der Werte für alle dynamischen Nutzer (Firefox, Google Desktop) in der Tat die logische Konsequenz (bei Call-by-Call-Nutzern dürfte sich allerdings die IP-Adresse noch häufiger ändern). Der einzig verläßliche Wert dürfte mE der Bloglines-Wert sein, da ja der Robot die Anzahl der Subscriber freundlicheweise im Aufruf mitsendet.

Subscriber Feedburner nach Umstellung

Feedburner kann auch die sog. „Clicks“ erfassen, d.h. er mißt, welche Beiträge angeklickt bzw. geöffnet wurden. Dazu wird die URL des einzelnen Beitrags im Feed durch eine spezifische Feedburner-URL ersetzt. Die Click-Erfassung kann unter „Analyze > StandardStats > Feed item link clicks (clickthrough tracking)“ eingestellt werden.

Reduzierung der Server-Last
Neben der statistischen Erfassung der Feed-Nutzung bietet die Nutzung von Feedburner einen weiteren Vorteil: Eine Reduzierung der Server-Last sowie des Datentransfers.

Reduzierung RSS-Abrufe durch Feedburner-Umstellung

Wie die Grafik zeigt, konnte nach der Umstellung eine „Einsparung“ von etwa 87% der Anfragen festgestellt werden (Rückgang von 800 auf 100 RSS-Abrufe pro Tag). Durchaus erwähnenswert ist dabei die Menge des gesparten Datentransfers: Bei ca. 20 KB pro abgerufenem RSS-Feed vermeidet hirnrinde.de so etwa 420 MB Traffic / Monat (700 Abrufe x 30 Tage x 20 KB ) – das entspricht etwa 10% unseres monatlichen Datentransfers bei etwa 350-400 Besuchern am Tag.

Ich weiß, dass 420 MB angesichts von stetig steigenden Inklusiv-Volumen bei den Providern durchaus zu vernachlässigen sind. Wenn man allerdings auf größere Projekte blickt, können auch schnell andere Größenordnungen anfallen. Bei selfhtml.org entfallen z.B. etwa 12 GB Datentransfer pro Monat nur auf RSS-Feeds (etwa 40% des gesamten Traffics, Quelle: stats.selfhtml.org).

Aber auch die reduzierte Server-Aktivität ist nicht zu unterschätzen, da die Feeds nicht mehr in Echtzeit durch den Server zusammengestellt werden müssen (siehe auch Erfahrungsbericht auf jeenaparadies.net)

Genutzte Feedreader
Interessant fand ich auch die unterschiedliche Verteilung der genutzten Feedreader, die ich beim Vergleich unserer Werte mit denen von Robert Basic (www.basicthinking.de/blog[2])und Vladimir Simovic (www.perun.net) feststellte:

Top 3: RSS-Reader

Es fällt auf, dass bei uns anteilig sehr viel mehr Leser über die „Dynamischen Lesezeichen“ von Firefox auf den RSS-Feed zugreifen als bei den beiden anderen Blogs; dafür gibt es kaum Leser, die per Bloglines auf unseren Feed zugreifen. Eine wirkliche Erklärung habe ich hierfür allerdings nicht. Ob „unsere“ Leser einfach nicht so viele Feeds nutzen, um ein Tool wie Bloglines erforderlich zu machen? Oder ist dieses Tool bei unseren Lesern nicht bekannt? Ich weiß es nicht.

Bei der Formulierung künftiger Überschriften sollte man in jedem Fall die Firefox-Leser berücksichtigen, denn diese sehen durch die „dynamischen Lesezeichen“ nur die Überschrift – und eben kein einziges Wort des Artikels, bevor sie nicht den Artikel aufgerufen haben. Dabei sollte man die Überlegung von Vladimir im Hinterkopf halten (www.perun.net):

Aber man sollte nicht übertreiben. Überschrift ist eine Überschrift und keine Kurzgeschichte.

Weitere Tipps

  • Blogger, die – wie wir – eine eigene Feed-Adresse anbieten (z.B. „www.xyz.de/abc“) und diesen dann per htaccess auf die Feedburner-Adresse umleiten, sollten unbedingt darauf achten, dass die eigene Feed-URL auch in die Feedburner-Seite integriert wird, die angezeigt wird, wenn man auf www.xyz.de/abc klickt. Standardmäßig wird dort nämlich z.B. für Bloglines der folgende Link angeboten: http://www.bloglines.com/sub/http://feeds.feedburner.com/xyz
    Ich gehe zwar davon aus, dass ein Großteil der Neu-Abonnenten die Feed-URL direkt in die entsprechende Anwendung integriert. Diejenigen, die aber erstmal auf die Feed-URL klicken, abonnieren dann die Feedburner-Adresse…
    Anpassen kann man dies, indem in Feedburner unter „Optimize > BrowserFriendly“ bei „Redirected Feed URL“ die eigene URL eingibst. Danach wird dann in besagter Übersichtsseite auch die korrekte eigene URL zum Abo angeboten.
  • Feedburner prüft alle 30 Minuten, ob es im Blog neue Artikel gibt. Wer nicht solange warten will, kann die Prüfung manuell unter www.feedburner.com[3] auslösen.
  • Für die Neugierigen: Die Subscriber-Zahlen des Vortags sind normalerweise ab 9:00 Uhr MESZ (oder eben MEZ), die Clicks spätestens ab 12:00 Uhr im „Dashboard“ abrufbar.

14 Gedanken zu „RSS per Feedburner: Auswertung und Tipps

  1. Flo

    Danke für den Hinweis mit der Redirect-URL. Das hatte ich glatt übersehen.

    Übrigens gibt es noch andere Dienste außer Bloglines, die exakte Abonenntenzahlen mitliefern. Spontan fällt mir da noch RoJo ein.

  2. Stefan Evertz Artikelautor

    Die „falsche“ (sprich die Feedburner-URL) Redirect-URL habe ich bei mehreren Blogs angetroffen. Ich vermute zwar, dass es nur einen Teil der potentiellen Leser betrifft. Wenn ich mir allerdings ansehe, wie oft die „Feedseite“ aufgerufen wurde (in den letzten 24h etwa 30x), reicht das schon für einige Abonnenten mit „falscher“ URL im Reader…

    Danke für den Hinweis auf Rojo – das Tool ist bei mir mit genau einem Leser vetreten und so irgendwie durchgerutscht…

  3. Stefan Evertz Artikelautor

    @Markus Merz: Danke für die Ergänzung, wobei die „Sonstigen“ – zumindest bei uns – unter „ferner liefen“ auftreten und deshalb nicht aufgelistet wurden. Die Mail-Abo-Möglichkeit wurde bei mir noch nicht von Lesern in Anspruch genommen. Die Möglichkeit, Feedburner per E-Mail zu abonnieren, habe ich vor kurzem übrigens hier vorgestellt – das erklärt dann auch das Anmelde-Formular rechts 😉

  4. Frank

    Aha, danke für die Ausführungen. Ich nutze zwar schon ewig Feedburner, aber vieles war mir neu. Bin halt mehr für Plug-And-Play, wenn’s funzt isses ok. 😉

  5. Pingback: Prometeo

  6. Stefan Evertz Artikelautor

    @MFL: Ich bin mir nicht sicher, was du meinst. Der Browser wird im Regelfall den Referrer immer mitsenden – es sei denn, diese Übermittlung wird unterbunden (z.B. per Firewall). Bei jedem Online-Reader (a la Bloglines) wird somit bei einem Klick auf einen Beitrag immer der Referrer übermittelt. Nur bei einem Offline-Reader (wie z.B. Omea Reader, http://www.jetbrains.com/omea/reader/ ) wird der Referrer nicht übermittelt – wie auch 😉

    Eine Anpassung des Referrers sollte im Zweifelsfall per JavaScript möglich sein – der Sinn erschließt sich mir allerdings noch nicht…

  7. Pingback: einfach persoenlich Weblog

  8. Ralf

    Mal so nebenbei, da ich grade eben einen Kommentar abgegeben habe:
    Warum bekomme ich denn von Feedburner 4 mal einen RSS2-Feed geliefert?

    Also genau genommen liefert Feedburner derzeit irgendwas, was es grade abgreifen kann da alle Feeds auf einen, von Feedburner erzeugten Feed, umgeleitet werden.

    Es wäre vielleicht besser wenn man wenigstens für Atom- und RSS-Feeds unterschiedliche Feeds in Feedburner erzeugen und dann entsprechend umleiten würde.
    Vor allem weil Atom- und RSS-Feeds sich in der Struktur in wesentlichen Punkten unterscheiden.

    Wenn du dir mal den Quelltext von http://feeds.feedburner.com/TomsDiner/rss
    und
    http://feeds.feedburner.com/TomsDiner/atom

    anschaust, dann siehst du schon das die beiden Feeds sich bei den Kopfdaten deutlich unterscheiden.

  9. Stefan Evertz Artikelautor

    @Jens: Freut mich, wenn dir der Tipp weitergeholfen hat. Es wäre eben sehr ärgerlich, wenn man Feedburner nicht mehr nutzen will oder kann und dann die Leser weg sind…

  10. Pingback: Mit Feedburner Ressourcen einsparen | WordPress & Webwork

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